Private Pensionsvorsorge Filialbanken 2026: Test von Service und Beratung
Die gesetzliche Pension allein reicht für viele Menschen nicht mehr aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu sichern. Aus diesem Grund gewinnen private Pensionsvorsorgemöglichkeiten immer mehr an Bedeutung. Konsument:innen haben hier die Möglichkeit, unterschiedliche Produkte bei Versicherungen und Banken abzuschließen. Eine ausführliche Bedarfsanalyse und Beratung sind unerlässlich, um aus dem großen Angebot an privaten Vorsorgemöglichkeiten das zu den individuellen Bedürfnissen passendste Produkt zu finden. Bei welchen Finanzinstituten man die beste Beratung und das beste Service bekommt, hat die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien nun in Kooperation mit dem Wirtschaftsmagazin trend genauer untersucht.
Im Mittelpunkt der Studie stand die Beratung hinsichtlich privater Pensionsvorsorgemöglichkeiten bei sieben überregionalen Banken.
Folgende Banken wurden in die Tests eingeschlossen:
- Bank Austria
- bank99
- BAWAG
- BKS Bank
- Erste Bank
- Oberbank
- VKB
Das Testurteil setzt sich aus den Leistungen der Banken in den folgenden zwei Haupttestkategorien zusammen, die mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtwertung eingingen:
- Service: Machte die Bankfiliale einen sauberen und gepflegten Eindruck? Wurden die Testpersonen freundlich und zuvorkommend behandelt? (30% des Gesamtwertes)
- Beratung: Erfolgte eine umfassende Bedarfsanalyse sowie eine kompetente Beratung? Wurden die Pensionsvorsorgeangebote angemessen dokumentiert und waren die Kosten der empfohlenen Produkte transparent dargestellt? (70% des Gesamtwertes)
Die Leistungen der Banken wurden mit der Methodik Mystery Check bewertet. Pro Bank fanden fünf Tests statt. Speziell qualifizierte, verdeckte Testpersonen ließen sich zu einem vorgegebenen Szenario beraten und füllten anschließend einen Fragebogen mit insgesamt 66 Fragen aus.
Kaum Beanstandungen bei Ambiente und Service
Die getesteten Filialen machten in den meisten Fällen einen sauberen und ordentlichen Eindruck – zudem war den Tester:innen mehrheitlich sofort klar, wie sie zu den für sie zuständigen Berater:innen gelangen. Wartebereiche waren in rund 70% der Fälle vorhanden, wurden jedoch meist gar nicht oder nur für eine sehr kurze Zeitdauer benötigt, da erfreulicherweise alle vereinbarten Beratungstermine nach nicht mehr als 5 Minuten Wartezeit starteten. Während der Beratung selbst waren die Mitarbeiter:innen fast immer freundlich, aufmerksam und nahmen sich ausreichend Zeit für die Beratung.
Verbesserungspotential sahen die Tester:innen jedoch hinsichtlich der Erreichbarkeit der Banken zur telefonischen Terminvereinbarung: in einigen Fällen konnte erst nach mehr als zwei Versuchen mit Mitarbeiter:innen gesprochen werden.
Optimierungspotential hinsichtlich der Bedarfsanalyse
Die Ermittlung der persönlichen Situation hätte oftmals umfassender ausfallen können. Zwar fragten die Mitarbeiter:innen oftmals danach, wie viel die Kund:innen monatlich für Einzahlungen aufwenden können, sowie nach Vorstellungen und Zielen hinsichtlich der Pensionsvorsorge. Jedoch wurde das für eine umfassende Bedarfsanalyse wichtige Thema der kundenseitig bestehenden finanziellen Verpflichtungen nur in 15 der 35 Gespräche thematisiert. Auch eventuell bereits vorhandene Vorsorgemöglichkeiten wurden nur in etwas mehr als der Hälfte der Gespräche erfragt. Das aktuelle und künftig zu erwartende Guthaben auf dem Pensionskonto – der Berechnungsgrundlage für die später zu erwartende gesetzliche Pension – wurde gar noch seltener besprochen.
In immerhin 77% der Fälle wurde nach Kenntnissen in Bezug auf Wertpapiere und Finanzinstrumente gefragt und in annähernd ähnlicher Häufigkeit danach, wie viel Risiko der Kunde bereit ist einzugehen, was einen wichtigen Hinweis dafür darstellt, ob und welche Aktien oder Fonds für die Private Pensionsvorsorge in Betracht gezogen werden könnten.
In fast allen Fällen wurde den Kund:innen zumindest ein konkretes Produkt zur Privaten Pensionsvorsorge vorgestellt. Positiv: Wichtige Informationen zu den Produkten, wie beispielsweise wie sich diese zusammensetzen oder wie sich die Laufzeit darstellt, wurden häufig gegeben. Jedoch kam nur selten zur Sprache, was im Fall einer möglichen Erwerbsunfähigkeit oder bei vorzeitigem Pensionsantritt passiert. Erstaunt waren die Tester:innen zudem, dass das Thema Inflation häufig gänzlich ausgeklammert wurde: Nur in 54% der Fälle erläuterte der Berater, dass der letztendlich ausgezahlte Betrag in Zukunft einen geringeren realen Wert haben wird als heute. Während Details zum weiteren Vorgehen meist gegeben wurden, fehlten jedoch oftmals Informationen dahingehend, welche Unterlagen für einen finalen Vertragsabschluss vorliegen müssten.
In etwas mehr als zwei Drittel der Beratungen wurde den Kund:innen ein schriftliches Angebot mitgegeben oder nachträglich per Email zugeschickt. Jedoch sprachen die Berater:innen nur selten von sich aus an, ob und welche Nebenkosten es gibt.
BKS Bank Testsieger, gefolgt von der VKB und der Ersten Bank
Die BKS Bank erfüllte die gesetzten Kriterien insgesamt am besten und wurde Testsieger, gefolgt von der VKB und der Ersten Bank. Die BKS Bank überzeugte mit dem besten Service und der besten Beratung. Die VKB punktete mit sehr gutem Service.
Ergebnisse einzelne Teilkategorien
Die Ergebnisse der einzelnen Testkategorien des Tests finden Sie hier. Es werden jeweils die Top-2 Anbieter in der jeweiligen Testkategorie aufgezeigt.