Online-Broker 2026: Konditionen, Angebot und Service im Test

Online-Broker 2026: Konditionen, Angebot und Service im Test
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Der Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren erfreut sich wachsender Beliebtheit. Für Anleger:innen, die ihre Geldanlage selbstständig steuern möchten, bieten Online-Broker die passende Grundlage, da sie einen direkten Zugang zum elektronischen Handel mit Aktien, Fonds, Anleihen oder anderen Finanzinstrumenten ermöglichen. Welcher Anbieter dabei die beste Mischung aus Konditionen, Angebot und Service bietet, hat die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien nun wiederholt in Kooperation mit dem Magazin trend untersucht.

Folgende Anbieter wurden in den Test eingeschlossen:

  • Bank Direkt
  • DADAT
  • easybank
  • flatex

Das Testurteil setzt sich aus den Leistungen der Online-Broker in den folgenden vier Haupttestkategorien zusammen, die mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtwertung eingingen:

  1. Konditionen: Wie viel kostet die Depotführung? Wie hoch sind die Gebühren beim Kauf von Aktien und Anleihen sowie beim außerbörslichen Handel? Welche Ausgabeaufschläge beim Fondskauf müssen bezahlt werden? Welchen sonstigen Kosten fallen an? (40% der Gesamtwertung)
  2. Angebotsbreite: Welche Produkte können an welchen Börsenplätzen gehandelt werden? (10% der Gesamtwertung)
  3. Transparenz & Komfort: Sind die wichtigsten Kosten und Bedingungen klar ersichtlich? Welche Informationen und Trading-Möglichkeiten bieten Website und Software? Welche Möglichkeiten für mobiles Handeln werden geboten? (30% der Gesamtwertung)
  4. Kundendienst: Wie gut ist der Anbieter erreichbar? Wurden die Testkund:innen freundlich und zuvorkommend behandelt? Ist die Beratung umfassend und kompetent? (20% der Gesamtwertung)

Die Leistungen in den Kategorien Konditionen, Angebotsbreite sowie Transparenz & Komfort wurden durch Expert:innen analysiert. Der Kundendienst wurde durch qualifizierte und verdeckte Tester:innen bewertet. Dabei wurde jeder Anbieter 5-mal telefonisch getestet.

Im Rahmen der Studie wurden die Konditionen für den Handel an verschiedenen spezifischen Börsenplätzen und mit verschiedenen Wertpapierarten verglichen. Neo-Broker wurden nicht in den Vergleich aufgenommen, da dort meist keine börsenspezifische Handelsplatzwahl möglich und das Angebot insbesondere hinsichtlich Fonds und Anleihen oftmals weniger umfangreich war.

Teilweise große Unterschiede hinsichtlich der Ordergebühren

Je nach Anlageverhalten ist es sinnvoll, auf verschiedene Aspekte zu achten, um den für sich günstigsten Anbieter zu finden. Beispielsweise ist es für Anleger:innen, die nur wenige Positionen im Depot haben und diese lange halten, sinnvoll, vor allem die Depotgebühren zu berücksichtigen. Diese betrugen bei den getesteten Online-Brokern für einen beispielhaften Bestand von vier Positionen mit einem Gesamtwert von 20.000 € zwischen 0 € und 20 € im Jahr. Konkret bot flatex das Depot kostenfrei an, bei allen anderen musste in Abhängigkeit vom Depotwert gezahlt werden.

Für Anleger:innen, die häufig ihre Positionen wechseln und z.B. in regelmäßigen Abständen Aktien kaufen und verkaufen, ist es sinnvoll, den Fokus auf die Ordergebühren zu richten, denn auch hier gibt es zum Teil große Unterschiede: So fielen beispielsweise für eine Aktienorder im Wert von 5.000 € an der Wiener Börse bei der DADAT 8,90 Euro an, während bei der Bank Direkt 13,70 € fällig wurden. Die Unterschiede traten bei Aktienkäufen an ausländischen Börsen und höheren Beträgen noch stärker zu Tage. Beispielsweise reichte die Orderprovision für einen Aktienkauf in Höhe von 25.000 € an der New Yorker NYSE von 15,90 € (flatex) bis hin zu 48,70 € (Bank Direkt).

Auch beim Kauf von Aktienfonds zeigten sich Unterschiede in den Konditionen. Einige Broker gewährten auf eine sehr große Auswahl an Fonds 50-60% Rabatt – auf Fonds ausgewählter Fondsgesellschaften oder bei hohen Ordervolumina sogar noch mehr.

Personen, die oft kurzfristig handeln und aus diesem Grund auf Echtzeit-Kurse angewiesen sind, sollten auch die Kosten für Realtimekurse verschiedener Börsenplätze berücksichtigen. Diese hatten alle untersuchten Anbieter im Angebot. Echtzeitkurse der Wiener Börse wurden teilweise sogar kostenlos zur Verfügung gestellt (DADAT und easybank). Die günstigsten Konditionen in Summe bot flatex.

Kaum Beanstandungen hinsichtlich Angebotsbreite sowie Transparenz & Komfort

Während beispielsweise Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs und Zertifikate über jeden der getesteten Broker handelbar waren, unterschied sich die Angebotsbreite bei risikoreicheren Anlageformen. So waren beispielsweise CFDs nur bei flatex handelbar. Auch hinsichtlich der angebotenen Sparpläne gab es deutliche Unterschiede – während Fonds- und ETF-Sparpläne bei allen Anbietern zu finden waren, hatten nur die DADAT und flatex auch Aktien-Sparpläne im Angebot. Die DADAT konnte mit der größten Angebotsbreite im Test überzeugen.

Die Websites der Anbieter wurden als überwiegend übersichtlich und klar strukturiert erachtet und alle Anbieter verfügten über iOS- bzw. Android-Apps. Positiv: grundlegende Chartanalysen oder bestimmte Orderzusätze waren bei allen Online-Brokern möglich. Und auch ein Demoportal oder eine Demoversion einer Trading-Software zum Testen der Funktionen konnten alle der getesteten Anbieter vorweisen. Auch FAQs gab es auf allen Websites.

Hinsichtlich der Transparenz fiel positiv auf, dass die wichtigsten Konditionen wie Depotführungsgebühren oder Ordergebühren für das Handeln an nationalen und ausländischen Börsenplätzen bei den meisten Online-Brokern einfach und schnell ersichtlich waren. Auch die Preis-Leistungs-Verzeichnisse waren bei allen Anbietern einfach auffindbar.

Das beste Ergebnis in der Kategorie Transparenz & Komfort erzielte die DADAT.

Kundendienst: Teilweise Optimierungspotential hinsichtlich der Erreichbarkeiten der Hotlines

Da bei Online-Brokern der Handel meist selbstständig erfolgt und Beratungsgespräche in der Regel nicht vorgesehen sind, spielt der Kundendienst eine wichtige Rolle. Der telefonische Kundendienst wurde mit je fünf Anfragen per Telefon zu Themen wie Konditionen, Depotwechsel und Steuern auf die Probe gestellt. Hier zeigte sich Optimierungspotential hinsichtlich der telefonischen Erreichbarkeiten. In manchen Fällen konnte auch nach zwei Anrufversuchen nicht mit einem Mitarbeitenden gesprochen werden. Wenn Mitarbeiter:innen erreicht werden konnten, waren diese in der Regel freundlich und konnten die gestellten Fragen kompetent beantworten. Jedoch fielen die Antworten des Öfteren recht knapp aus und hätten ein wenig ausführlicher erläutert werden können.

Den Sieg in der Teilkategorie Kundendienst konnte sich die DADAT sichern.

DADAT Testsieger der Gesamtstudie, gefolgt von der easybank

Die Direktbank DADAT erfüllte die gesetzten Kriterien insgesamt am besten und wurde Testsieger, gefolgt von der easybank. Die DADAT konnte mit dem besten Kundendienst sowie guten Konditionen überzeugen. Die easybank auf Rang zwei in der Gesamtwertung bot gute Konditionen sowie einen guten Kundendienst.

Ergebnisse einzelne Teilkategorien

Die Ergebnisse der einzelnen Testkategorien des Tests finden Sie hier. Es werden jeweils die Top-2 Anbieter in der jeweiligen Testkategorie aufgezeigt.

Konditionen

  Anbieter Zielerreichung Info
1 flatex 91,0% 1,6 | Gut
2 DADAT 90,4% 1,6 | Gut

Angebotsbreite

  Anbieter Zielerreichung Info
1 DADAT 87,3% 1,8 | Gut
2 flatex 87,2% 1,9 | Gut

Transparenz & Komfort

  Anbieter Zielerreichung Info
1 DADAT 99,3% 1,1 | Sehr Gut
2 Bank Direkt 97,0% 1,2 | Sehr Gut

Kundendienst

  Anbieter Zielerreichung Info
1 DADAT 96,4% 1,2 | Sehr Gut
2 easybank 92,5% 1,5 | Gut