Marillen-Konfitüre (passiert): Sensorische Prüfung 2015

Marillen-Konfitüre (passiert): Sensorische Prüfung 2015

Während in Deutschland Erdbeere der klare Favorit ist, ist die beliebteste Konfitüre der Österreicher ganz klar die Marille. Doch welche der vielen Sorten im Supermarktregal verspricht den höchsten Genuss auf Brot oder Semmel? Die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien ist dieser Frage nachgegangen und hat in Kooperation mit dem Kochmagazin GUSTO und der Universität Wien sechs der meist gekauften Produktmarken des Landes einer sensorischen Prüfung unterzogen.

Der Vergleichbarkeit wegen wurden ausschließlich passierte Varianten betrachtet. Folgende Produktmarken wurden in die Tests eingeschlossen:

  • Billa Marillen-Konfitüre, fein passiert
  • Darbo naturrein Rosenmarillen-Konfitüre, fein passiert
  • Grandessa naturrein Marille, Konfitüre extra, fein passiert
  • Julius Meinl – Die Feine, naturrein, Donau Marille, besonders fein passiert
  • Merkur Marillenkonfitüre, passiert
  • Spar Marille, naturrein, Konfitüre extra, fein passiert

Zur Beurteilung der Konfitüresorten wurde eine sensorische Prüfung (Quantitative sensorische Analyse (QDA) nach Stone et al. (1974)) anhand von Kriterien wie Aussehen, Geschmack, Geruch oder Mundgefühl durchgeführt. Die Prüfung fand im Sensorik-Labor des Departments für Ernährungswissenschaften der Universität Wien statt und bestand aus zwei Teilen:

Zunächst wurden insgesamt 17 produktspezifische Attribute inkl. Definitionen festgelegt, anhand derer die Konfitüresorten beschrieben werden konnten. Anschließend evaluierten zehn sensorisch geschulte Prüfer alle Produkte in randomisierter Reihenfolge entsprechend dieser Attribute auf einer Skala von 0 bis 10 (0=nicht wahrnehmbar – 10= sehr intensiv). Zusätzlich wurde der Gesamteindruck, der die Qualität jedes Produktes unter Berücksichtigung aller Attribute widerspiegelte, auf derselben Skala erfasst.

Darbo Testsieger der Prüfung, gefolgt von Meinl und Billa

Die Darbo naturrein Rosenmarillen-Konfitüre überzeugte die Prüfer mit deutlichem Abstand zum Rest des Feldes mit dem besten Gesamteindruck (7,8 Pkt.). Diese Bewertung ist auf die für die Marillenkonfitüre wichtigsten Attribute zurückzuführen: Der Marillen-Geruch (6,9 Pkt.) und der Marillen-Flavour (6,8 Pkt.) waren in dieser Probe am stärksten ausgeprägt. Zudem war die Darbo-Konfitüre fruchtig in Geruch (5,8 Pkt.) und Flavour (5,7 Pkt.), süßer (6,4 Pkt.) und bitterer Geschmack (1,1 Pkt.) lagen im durchschnittlichen Bereich.

Die Konfitüren von Meinl, Billa und Spar (Gesamteindruck: 6,8 Pkt., 6,6 Pkt. und 6,6 Pkt.) lagen auf den Plätzen zwei, drei und vier sehr nah beieinander. Alle drei Sorten zeigten einen stark ausgeprägten Geruch und Flavour nach Marille, der allerdings schwächer als bei der Darbo Konfitüre war (Geruch: Meinl: 5,9 Pkt., Billa: 5,9 Pkt., Spar: 6,8 Pkt.; Flavour: Meinl: 6,3 Pkt., Billa: 6,5 Pkt., Spar: 6,1 Pkt.). Die Konfitüre von Spar zeigte zudem zwar einen stärker nach Marille ausgeprägten Nachgeschmack (5,9 Pkt.) als die anderen beiden Produkte (Meinl: 4,7 Pkt., Billa: 5,2 Pkt.), wies aber eine intensivere Ausprägung des Flavours nach überreifen Marillen (3,3 Pkt.) auf (Meinl: 2,4 Pkt., Billa: 2,8 Pkt.).

Die Grandessa Konfitüre belegte den 5. Platz mit 5,6 Pkt. in der Gesamtwertung. Die Fruchtigkeit dieser Konfitüre war mit den anderen Produkten vergleichbar, Geruch und Flavour nach Marille waren aber weniger ausgeprägt (Geruch: 5,2 Pkt., Flavour: 5,5 Pkt.). Zudem zeigte die Grandessa Konfitüre einen intensiven Flavour nach überreifen Marillen (3,1 Pkt.) und wurde als am süßesten unter den getesteten Sorten (6,85 Pkt.).

Am schlechtesten schnitt im Test die Marillen-Konfitüre von Merkur mit nur 4,9 Pkt. im Gesamteindruck ab. Bei dieser Konfitüre waren der fruchtige Flavour (5,0 Pkt.), und der Flavour nach Marille (4,8 Pkt.) am geringsten ausgeprägt, das Produkt war am wenigsten süß (5,4 Pkt.) und am stärksten sauer (4,2 Pkt.), daher auch am meisten adstringierend (3,2 Pkt.). Zusätzlich zeigte die Konfitüre von Merkur die geringste Homogenität (6,9 Pkt.), und die größte Festigkeit (6,6 Pkt. auf dem Löffel und 5,1 Pkt. im Mund).

Die Detailergebnisse der Studie sind gegen eine Schutzgebühr von 1.250 EUR zzgl. USt. bei der ÖGVS (info@qualitaetstest.at) erhältlich.