Mineralwasser: Sensorische Prüfung 2015

Mineralwasser: Sensorische Prüfung 2015

Der beliebteste alkoholfreie Durstlöscher der Österreicher ist und bleibt das Mineralwasser. Rund 90 Liter beträgt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch. Doch welche der vielen Marken verspricht den höchsten Genuss? In Kooperation mit dem Kochmagazin GUSTO und der Universität Wien hat die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien mbH nun acht prickelnde Mineralwassersorten einer sensorischen Prüfung unterzogen.

Folgende Produktmarken wurden in die Tests eingeschlossen:

  • clever Urquelle prickelnd (Eigenmarke von Billa)
  • Gasteiner sparkling
  • Juvina prickelnd
  • Peterquelle prickelnd
  • Römerquelle prickelnd
  • Tauernquelle prickelnd (Eigenmarke von Hofer)
  • Vöslauer prickelnd
  • Waldquelle spritzig

Zur Beurteilung der Mineralwassersorten wurde eine sensorische Prüfung (Quantitative sensorische Analyse (QDA) nach Stone et al. (1974)) anhand von zwölf Attributen wie Geschmack, Geruch oder Mundgefühl durchgeführt. Die Prüfung fand im Sensorik-Labor des Departments für Ernährungswissenschaften der Universität Wien statt und bestand aus zwei Teilen: Zunächst wurden zwölf produktspezifische Attribute inkl. Definitionen festgelegt, anhand derer die Mineralwassersorten beschrieben werden konnten. Anschließend evaluierten zehn sensorisch geschulte Prüfer alle Produkte in randomisierter Reihenfolge entsprechend dieser Attribute auf einer Skala von 0 bis 10 (0=nicht wahrnehmbar – 10= stark wahrnehmbar). Zusätzlich wurde der Gesamteindruck, der die Qualität jedes Produktes unter Berücksichtigung aller Attribute widerspiegelte, auf derselben Skala erfasst.

Tauernquelle Testsieger der Prüfung, gefolgt von Peterquelle und Römerquelle

Tauernquelle hat in der Gesamtwertung mit 6,4 Pkt. auf der Skala von 0 bis 10 am besten abgeschnitten, gefolgt von Peterquelle mit 6,1 Pkt. und Römerquelle mit 5,8 Pkt. Diese drei Mineralwassersorten zeichneten sich im Vergleich zu den anderen evaluierten Produkten durch einen weniger ausgeprägten allgemeinen Geruch (1,3 Pkt. bis 1,8 Pkt.) aus, waren weniger sauer (2,8 Pkt. bis 3,6 Pkt.) und wurden als weniger bitter (1,9 Pkt. bis  2,1 Pkt.) und weniger salzig (1,7 Pkt. bis 2,2 Pkt.) empfunden. Zudem nahmen die Prüfer sie als erfrischender (5,6 Pkt. bis 6,4 Pkt.) als die anderen Proben wahr.

Die Tatsache, dass die Tauernquelle von den drei im Gesamteindruck führenden Mineralwassersorten am besten abgeschnitten hat, ist evtl. auf den weniger ausgeprägten bitteren Geschmack zurückzuführen. Dieses Ergebnis ist durch die niedrigere Mineralisierung, d.h. weniger bitter schmeckende Magnesium- und Calciumsalze zu erklären.

Der Gesamteindruck der Sorten Gasteiner (5,1 Pkt.), Clever (5,3 Pkt.), Juvina (5,5 Pkt.) und Waldquelle (5,7 Pkt.) lag im mittleren Bereich und unterschied sich deutlich vom Testsieger Tauernquelle mit 6,4 Pkt. Dabei wurden Gasteiner und Waldquelle als weniger erfrischend (5,2 Pkt. bzw. 5,1 Pkt.), Clever als am sauersten (4,2 Pkt.) sowie am bittersten (2,7 Pkt.) und Juvina als am meisten metallisch schmeckend (3,0 Pkt.) beurteilt.

Am schlechtesten hat das Mineralwasser Vöslauer abgeschnitten (Gesamteindruck 4,7 Pkt.), das am meisten salzig (3,0 Pkt.), bitterer (2,5 Pkt.) sowie seifiger (2,3 Pkt.) als die anderen Produktmarkten beurteilt wurde. Auch empfanden es die Prüfer im Vergleich zu den anderen Produkten als am wenigsten erfrischend (4,8 Pkt.). Dies mag daran liegen, dass Vöslauer, als einziges unter den evaluierten Mineralwassersorten, neben bitter schmeckenden Calcium- und Magnesiumsalzen laut Etikettierung auch Kieselsäure H₂SiO₃ enthält, die als Verbindung zwar geschmacksneutral ist, aber als „stumpfes“ Mundgefühl wahrgenommen werden kann und den erfrischenden Effekt des Wassers negativ beeinflussen kann.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Mineralwassersorten, die als „neutral“ wahrgenommen wurden (nicht zu bitter, zu sauer und zu salzig) und erfrischend waren, am besten abgeschnitten haben.

Die Detailergebnisse der Studie sind gegen eine Schutzgebühr von 1.250 EUR zzgl. USt. bei der ÖGVS (info@qualitaetstest.at) erhältlich.