Test Olivenöl native extra: Sensorische Prüfung

Test Olivenöl native extra: Sensorische Prüfung

Ob in Salaten oder zu Antipasti: Natives Olivenöl hat geschmacklich seinen ganz eigenen Reiz. Bevorzugt sollte es in Kaltspeisen eingesetzt werden, da es bei Temperaturen von über 180 Grad sein Aroma verliert – und auch früher raucht als beispielsweise Rapsöl. Welche von insgesamt acht in Österreich gängigen Olivenöl-Marken den höchsten Genuss verspricht, hat die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien nun in Kooperation mit dem Kochmagazin GUSTO und der Universität Wien ermittelt.

Dafür wurden folgende Produkte einer sensorischen Prüfung unterzogen:

  • Bertolli Natives Olivenöl Extra Originale
  • Billa Corso Natives Olivenöl Extra Toscano
  • Clever Natives Olivenöl extra
  • DM Bio Natives Olivenöl extra
  • Monini Classico Natives Olivenöl extra
  • NATUR AKTIV Griechisches Bio-Olivenöl extra nativ (Hofer)
  • Primadonna Bio Organic Natives Olivenöl extra (Lidl)
  • Spar Natur pur Griechisches natives Bio-Olivenöl extra

Bei allen Produkten handelt es sich um Öle der höchsten Güteklasse (Kategorie 1), die schonend durch mechanische Pressung bei einer maximalen Temperaturzufuhr von 27 Grad (sog. Kaltpressung) hergestellt werden.

Die vom Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien durchgeführte Untersuchung gliedert sich in zwei Teile. In einem ersten Schritt unterzogen sensorisch geschulte Prüfer die Produkte einer Quantitativen Deskriptiven Analyse (QDA nach Stone et al. (1974)). Zunächst wurden 20 produktspezifische Attribute der Kategorie Aussehen, Geruch, Flavour, Geschmack, Mundgefühl sowie Nachgeschmack inklusive Definitionen festgelegt, anhand derer die Olivenöle beschrieben werden konnte. Anschließend evaluierten die Prüfer alle Produkte in randomisierter Reihenfolge entsprechend dieser Attribute auf einer Skala von 0 bis 10 (0 = nicht wahrnehmbar – 10 = sehr intensiv) und erstellten für jede untersuchte Marke ein spezifisches sensorisches Produktprofil.

Auf Basis dieser intensiven und systematisierten Auseinandersetzung mit den Olivenölen nahmen die Prüfer in einem zweiten Schritt eine Gesamtbewertung für jede der untersuchten Marken vor.

Die Prüfung fand im Sensorik-Labor des Departments für Ernährungswissenschaften der Universität Wien statt.

Lidls Primadonna und Spar Natur pur teilen sich den Testsieg

Mit bis auf die zweite Nachkommastelle exakt dem gleichen Wert belegten die Olivenöle Primadonna von Lidl und das griechische Bio-Olivenöl von Spar Natur pur gemeinsam den ersten Platz im Gesamteindruck. Geruch und Flavour nach frischen Oliven zeigten sich bei beiden Ölen ähnlich ausgeprägt – und auch in puncto Fruchtigkeit glichen sich die Profile auffallend. Geschmacklich waren bittere oder saure Noten sowohl bei Lidls Primadonna als auch beim Öl von Spar Natur pur kaum wahrnehmbar.

Den zweitbesten Gesamteindruck bei den Testern hinterließ das Öl von Bertolli, einer Traditionsmarke italienischen Ursprungs, die mittlerweile zur spanischen deOleo-Gruppe gehört. Auch Bertolli wies intensive Ausprägungen bei Geruch und Flavour nach frischen Oliven auf, präsentierte sich jedoch im Geschmack bitterer und im Mundgefühl etwas beißender als die beiden Testsieger.

Auf den weiteren Plätzen folgten die Ölivenöle von Clever, Monini, Hofer, Billa und DM.