Girokonten (Filialbanken) 2019: Konditionen und Service im Test

Girokonten (Filialbanken) 2019: Konditionen und Service im Test

Ohne Girokonto ist der Alltag kaum noch vorstellbar – ob für Gehaltszahlungen oder die Abwicklung unterschiedlichster Ausgaben. Welche Filialbank beim Girokonto die beste Mischung aus Konditionen, Transparenz sowie Komfort bietet, hat die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien jetzt in Kooperation mit dem Wirtschaftsmagazin trend genauer untersucht.

Neben den Konditionen wurde analysiert, in welchem Umfang die Banken über das Produkt Girokonto auf ihren Internetseiten informieren und wie es um den Komfort der Websites bestellt ist.

Folgende österreichische Banken wurden in die Tests eingeschlossen:

Überregional:

  • Bank Austria
  • Bawag P.S.K.
  • BKS Bank
  • Erste Bank
  • Oberbank
  • Sparda-Bank

Regional:

  • Hypo Oberösterreich
  • Hypo Steiermark
  • Raiffeisenbank Graz-Straßgang
  • Raiffeisenbank Kleinmünchen/Linz
  • Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien
  • Raiffeisen Landesbank Oberösterreich
  • Raiffeisen-Landesbank Steiermark
  • Steiermärkische Sparkasse
  • Sparkasse Oberösterreich
  • VKB-Bank
  • Volksbank Oberösterreich
  • Volksbank Steiermark
  • Volksbank Wien

Das Testurteil setzt sich aus den Leistungen der Banken in den folgenden drei Haupttestkategorien zusammen, die mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtwertung eingingen:

  1. Konditionen: Wie viel kostet die Kontoführung beim Girokonto? Welche Kosten kommen noch dazu? Wie hoch sind die Zinsen? (60% des Gesamtwertes)
  2. Transparenz: Sind die wichtigsten Kosten und Bedingungen klar auf der Website ersichtlich? (20% des Gesamtwertes)
  3. Komfort & Sicherheit: Wie komfortabel ist die Website gestaltet? Welche Sicherheitsverfahren für das Onlinebanking gibt es? Zu welchen Zeiten ist der Kundendienst erreichbar und sind die Kontaktdaten leicht aufzufinden? (20% des Gesamtwertes)

Die Leistungen in den Kategorien Konditionen, Transparenz, Komfort & Sicherheit wurden durch Experten analysiert.

Nicht nur auf die Kontoführungsgebühren achten

Deutliche Unterschiede zeigten sich bei den Kontoführungsgebühren der Girokonten: Bei regelmäßigem Geldeingang reichten sie bei den überregionalen Banken von 0 € bei der Bawag P.S.K. bis zu 19,99 € bei der BKS Bank.

Aber: Anders als bei der Bawag P.S.K. waren bei der BKS Bank jedoch bereits diverse Leistungen in den Monatsgebühren inkludiert, u.a. eine Kreditkarte sowie eine unlimitierte Anzahl an SB-Überweisungen sowie an Geldabhebungen am Automaten.

Auch bei den anderen Banken ergibt sich ein voraussichtliches Gesamtkosten-Bild erst, wenn die zu erwartenden Zusatzkosten den monatlichen Kontoführungsgebühren hinzu addiert werden. Zum Beispiel die beleggebundenen Überweisungen am Schalter: Diese waren neben der Sparda-Bank nämlich nur noch bei der Bank Austria kostenlos – während bei den restlichen überregionalen Banken bis zu 3,90 € pro Transaktion anfielen.

Unterschiede auch bei den Zinsen: Während die Habenzinsen mit einer Schwankungsbreite von 0,00% (Bank Austria) bis 0,06% (Bawag P.S.K.) bei allen quasi im nicht-wahrnehmbaren Bereich lagen, macht es bei Überziehung des Girokontos schon einen Unterschied, ob der Sollzinssatz bei 6,625% (Bank Austria) oder aber bei 13,25% wie bei der Sparda-Bank liegt.

Über alle Kriterien hinweg wurden der Bawag P.S.K. die besten Konditionen aller in der überregionalen Wertung untersuchten Girokonten attestiert, gefolgt von der Ersten Bank und der Bank Austria.

Oftmals Verbesserungspotential hinsichtlich der Transparenz

Im Rahmen der Website-Bewertungen fiel zunächst positiv auf, dass fast alle überregionalen Anbieter auf ihrer Internetpräsenz einen Fragen- und Antwortkatalog (FAQ) abgebildet hatten, der die wichtigsten Anliegen zum Thema Girokonto beantwortete. Auch die Datenschutzbestimmungen fanden sich bei allen Filialbanken direkt auf der Startseite.

Hinsichtlich der Transparenz gingen die Leistungen jedoch auseinander: Während bei einigen Banken Preise und Konditionen einfach auffindbar waren und auch das detaillierte Konditionenverzeichnis auf der Website klar ersichtlich verlinkt war, musste bei anderen Banken u.a. zur Einsicht in die Kontoführungsgebühren sowie die Soll- und Überziehungszinsen lange nach detaillierten Preis- und Konditionenblättern gesucht werden.

Die Bawag P.S.K. und die Erste Bank teilen sich in der Kategorie Transparenz den 1. Platz, gefolgt von der BKS Bank.

Beim Komfort des Internetauftritts konnten alle Filialbanken mit einer speziellen Filialsuche auf ihren Websites überzeugen. Die Internetauftritte wurden in allen Fällen als übersichtlich und klar strukturiert bewertet. Auch Geldautomaten konnten bei der Hälfte aller überregionalen Banken online gesucht werden. Außerdem positiv: Ein Kontowechselservice, mit dem der Umstieg auf ein neues Girokonto erheblich vereinfacht wird, hatten alle Banken eingerichtet. Ein Demoportal zum Test des Online-Bankings hingegen fand sich lediglich bei der Bawag P.S.K., sowie der Volksbank Oberösterreich, der Volksbank Steiermark sowie der Volksbank Wien.

Stichwort Sicherheit: Alle Banken operierten mit einem TAN-Verfahren per App oder SMS, bei dem für die jeweilige Transaktion eine Transaktionsnummer an das Mobiltelefon geschickt wird. Doch auch alternative Verfahren (z.B. TAN-Generator) wurden von allen optional angeboten.

Wer sich mit Fragen an den Kundendienst wenden wollte, fand auf den Internet-Seiten aller untersuchten Banken gut sichtbar die Nummer einer Telefonhotline oder den entsprechenden Emailkontakt. Die Bank Austria, die BKS Bank sowie die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien boten sogar einen Live-Chat an. Die Zeiten, zu denen die telefonischen Hotlines kontaktiert werden konnten, unterschieden sich jedoch stark: Während manche Banken rund um die Uhr sowohl werktags als auch am Wochenende erreichbar waren, konnte man sein Anliegen bei anderen laut Website teils nur eingeschränkt werktags zwischen 8 und 16 Uhr vortragen.

Am besten in der Kategorie Komfort & Sicherheit schnitt die Bawag P.S.K. ab, gefolgt von der Bank Austria und der BKS Bank.

Die Bawag P.S.K. sichert sich den Testsieg in der überregionalen Gesamtwertung

In der überregionalen Gesamtwertung erfüllte die Bawag P.S.K. in der überregionalen Gesamtwertung die gesetzten Kriterien insgesamt am besten und wurde Testsieger, gefolgt von der Ersten Bank und der Bank Austria. Die Bawag P.S.K. punktete mit den besten Konditionen, die Erste Bank konnte v.a. mit guten Konditionen und sehr guter Transparenz überzeugen. Die Bank Austria schließlich erzielte gute Ergebnisse hinsichtlich der Konditionen und der Transparenz, sowie sehr gute Werte bezüglich Komfort & Sicherheit.

Regionale Gesamtergebnisse:

Die regionale Auswertung nach Städten ergab folgende Platzierungen:

Wien: 1. Bawag P.S.K., 2. Erste Bank, 3. Volksbank Wien

Graz: 1. Bawag P.S.K., 2. Steiermärkische Sparkasse, 3. Bank Austria

Linz: 1. Bawag P.S.K., 2. Sparkasse Oberösterreich, 3. Bank Austria

Ergebnisse einzelne Teilkategorien

Die Ergebnisse der einzelnen Testkategorien des Tests finden Sie hier. Es werden jeweils die Top-3 Anbieter in der jeweiligen Testkategorie aufgezeigt.

Konditionen

  Anbieter Zielerreichung Info
1 Bawag P.S.K. 83,9% 2,1 | Gut
2 Erste Bank 83,2% 2,1 | Gut
3 Bank Austria 80,1% 2,3 | Gut

Transparenz

  Anbieter Zielerreichung Info
1 Bawag P.S.K. & Erste Bank 98,5% 1,1 | Sehr Gut
2 BKS Bank 92,6% 1,5 | Sehr Gut

Komfort & Sicherheit

  Anbieter Zielerreichung Info
1 Bawag P.S.K. 96,8% 1,2 | Sehr Gut
2 Bank Austria 96,2% 1,3 | Sehr Gut
3 BKS Bank 95,5% 1,3 | Sehr Gut